Autorenlesung mit Jutta Wilke

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Am 22. März 2022 kamen die Schülerinnen und Schüler der 2. Kurse in den Genuss einer Autorenlesung. Alle Jugendlichen sollen während ihrer Zeit an der Kreisschule Mittelgösgen einmal Gelegenheit haben einen Autor/ eine Autorin näher kennen zu lernen.

Dieses Jahr fiel die Wahl auf die Jugendbuchautorin Jutta Wilke aus Hanau (D), geboren 1963. Als Jutta Wilke aus ihrem bewegten Leben erzählt, lauschen die Schülerinnen und Schüler gebannt. Nach dem Abitur studierte sie Jura, was für sie naheliegend war, da ihr Vater eine Anwaltskanzlei hatte und dieses Studium ihr den Weg zu einer Anstellung bei der Frankfurter Zeitung geebnet hätte. Doch statt bei der Zeitung arbeitete sie zwölf Jahre als Anwältin in der Kanzlei ihres Vaters und war in ihrem Beruf todunglücklich. Zu gerne hätte sie geschrieben. Erst ab der Schwangerschaft mit ihrem vierten Kind getraute sie sich in der Anwaltskanzlei aufzuhören und zu Hause zu bleiben, um Kinderbücher zu schreiben. Nach dem fünften Kind wurde ihre Ehe geschieden und sie hat am frühen Morgen Zeitungen ausgetragen, um Geld zu verdienen. Später erhielt sie einen Nebenjob in einer Buchhand-lung und leitet dort heute die Kinder-und Jugendbuchabteilung. Dort arbeitet sie an drei Nachmittagen pro Woche.

Sie macht den Jugendlichen bewusst, dass Autorinnen und Autoren nicht vom Schreiben allein leben können, sondern auf Lesungen, Workshops und Weiterbildungen, zum Beispiel von Deutschlehrern, angewiesen sind.

Jutta Wilke hat drei ihrer Jugendbücher mitgebracht, nämlich «Stechmückensommer», «Schwarz wie Schnee» und Roofer». Sie erklärt den Schülerinnen und Schüler, dass der Verlag das Cover eines Buches bestimmt, und der Lektor den Klappentext verfasst, und zwar aus Marketinggründen.

Sie gibt zu jedem Buch ein paar kurze Hinweise, damit die Jugendlichen auswählen können, aus welchem Buch sie vorlesen soll. Die Wahl fällt auf «Roofer». Hier geht es um eine Clique Jugendlicher, die ungesichert auf Hochhäusern herumklettern. Videos von Roofern aus Russland haben sie dazu inspiriert. Bevor sie zu schreiben beginnt, gibt sie jeder Hauptperson eine Biografie, damit sie weiss, wie diese im Roman reagieren wird. Sie sucht die Figuren im Internet, zum Beispiel, Junge, 16, fährt Skateboard.

Bevor sie zu lesen beginnt, sucht sie für die Hauptpersonen typenähnliche Jugendliche unter den Zuhörenden, damit sich diese mit den Figuren identifizieren können. Sie liest die Stelle im Buch, wo sich Trasher, der Anführer, und Adrian, der auch gerne Anführer wäre, streiten, wer auf den Kran bei der Grossbaustelle klettert. Sofort tauchen alle in die Geschichte ein, Jutta Wilke hört aber an der spannendsten Stelle, dem Cliffhanger, auf zu lesen.

Weiter erklärt sie, dass der Anfang der wichtigste Teil des Buches sei, da er darüber entscheidet, ob man das Buch liest. Der Autor muss den Leser am Anfang an den Haken nehmen. Um dies zu zeigen, liest sie den Anfang aus dem Buch: «Schwarz wie Schnee».

Darin geht es um ein Mädchen, Kira, das aus dem Koma aufwacht und niemanden mehr erkennt.

Die Schülerinnen und Schüler aller Klassen haben sich zu den Lesungen sehr positiv geäussert, herzlichen Dank an dieser Stelle an Jutta Wilke.

Die beiden Bücher «Roofer» und «Schwarz wie Schnee» werden bald in der Bibliothek zum Ausleihen bereitliegen.

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