Kommunikation ist alles - von Ehemaligen lernen

Sek E2 von

Der Freitagnachmittag, 6. November wird den beiden Klassen der Sekundarschule E2ab wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Arina Kohler, ehemalige Schülerin der Kreisschule Mittelgösgen, informierte die Jugendlichen über ihren Jugendaustausch ins Land der aufgehenden Sonne – nach Japan.

In Zeiten, wo das Reisen corona-bedingt nur sehr eingeschränkt möglich ist, freut man sich umso mehr, wenn man sich gedanklich etwas in die weite Welt begeben kann.

Arina Kohler hat die Kreisschule Mittelgösgen vor rund viereinhalb Jahren verlassen und mittlerweile ihre Ausbildung als Chemielaborantin erfolgreich abgeschlossen. Nach der Lehre entschied sie sich für ein ganz besonderes Abenteuer. Mit dem Rotary Jugendaustausch besuchte sie für mehrere Monate Fukuoka, in Japan. An dieser Reise liess sie ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger teilhaben. Während zwei Lektionen kam es zu einem eindrücklichen Vortrag und einem tollen Austausch.

Ein Austausch heisst dort leben, es sind keine Ferien

Vor Antritt eines solchen Austauschs muss man sich erst einmal überlegen, in welche Region der Welt es gehen soll, gibt es doch rund 30 Länder auf sämtlichen Kontinenten. Dafür trifft man eine Auswahl mit drei Prioritäten, bevor es dann zum definitiven Entscheid kommt. Bei Arina stand zuerst Kanada hoch im Kurs, doch schlussendlich hat sie sich – glücklicherweise – für andere Länder entschieden. Weshalb war das ein Glück? Englisch kriegt man während dem Austausch sowieso gratis als Zugabe mit, gehört doch die Weltsprache zur Verständigung mit anderen Austauschschülern aus aller Welt zwingend dazu.

In Japan war Arina in drei Gastfamilien untergebracht. Diese Wechsel sind normal und man lernt so auch einiges von Land und Leuten kennen. Im Gegenzug werden dann auch in der eigenen Familie in der Schweiz Austauschschüler aus anderen Ländern untergebracht. So nimmt also auch der Rest der Familie irgendwie an diesem Abendteuer teil.

In Japan wurde Arina in einer katholischen Mädchenschule unterrichtet. Dies bedeutete ein strenges Regime. Natürlich gehörte das Tragen einer Schuluniform dazu und ab dem Moment, wo man diese Kleidungsstücke trägt, ist der Handygebrauch tabu. Dies ist vor allem in einem Land mit komplett anderer Schrift eine Herausforderung, kann man doch «Google Translator» nicht mehr verwenden.

Im Land wird man durch die Austauschorganisation von Rotary begleitet, so wurde Arina beispielsweise während eines Weekends über all die Gepflogenheiten in Japan instruiert, was in jeder anderen Kultur von hoher Wichtigkeit ist. Dies schweisst auch mit den anderen Austauschschülern zusammen, man lernt viele coole Leute aus der ganzen Welt kennen und kann so auch die Kontakte über die Austausch-Zeit hinaus weiterpflegen.

Zum Austausch gehören auch die Vorträge, welche man bei den Rotaryclubs halten muss, vor allem auf japanisch stellt dies eine Herausforderung dar. Arina hat unzählige Stunden in das Erlernen der Sprache investiert. «Das ist eine riesige Arbeit, aber man ist ja auch nicht in den Ferien», untermauerte sie hier ihren grossen Einsatz.

Klar hat sie sich nach ihrer Lehrzeit auch wieder unterordnen müssen, einer neuen Kultur, neuen Familien- und Schulregeln und musste dabei auf einiges verzichten. So lässt man sein gewohntes Leben zurück, verzichtet auf Freunde, endlich gewonnene Freiheiten. Doch so ein Jahr ist nie verloren, sondern es bleibt ein Gewinn.

Was bleibt sind auch die unzähligen Eindrücke. So schwärmt Arina vom japanischen Essen, von den interessanten Ausflügen nach Nagasaki mit dem eindrücklichen Museum zum Atombombenabwurf und von Kagoshima mit seinem Vulkan und Beppu mit seinen heissen Quellen.

Das war nicht die letzte Reise nach Japan

Bild: Mucksmäuschen still lauschen die Jugendlichen Arina Kohler

Leider nahm das Abenteuer nach acht Monaten ein jähes Ende, Corona hat auch in Japan zu Schulschliessungen geführt, und so musste Arina ihr Auslandjahr früher als geplant abbrechen. Aus diesem Grund  hat sie sich auch ihren Traum – den Besuch der Hauptstad Tokyo – nicht mehr erfüllen können. Doch für das Jahr 2022 ist eine weitere Reise nach Japan zusammen mit ihrer Familie geplant. Da sollte dann diese Lücke noch geschlossen werden können.

Es ist toll, wenn eine ehemalige Schülerin der Kreisschule so begeisternd von ihrem Werdegang berichten kann. Sicherlich wird hier die Lust zu einem ähnlichen Aufenthalt bei den jugendlichen Zuhörerinnen und Zuhörern geweckt. Wer weiss, vielleicht berichtet ja in ein paar Jahren jemand aus den aktuellen Klassen von einem spannenden Projekt.

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